Whippet-Infos

Schönheit und Leistung

Nachfolgend habe ich eine Textpassage aus dem Buch Mein Whippet – Erkenntnisse und Bekenntnisse mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Weidmann eingefügt.

Wie der vorgenannte Buchautor auch, sehe ich als Zuchtziel „Schönheit und Leistung“ an; die „Druantia´s Whippets“ sind deshalb „Allrounder“, die nicht nur an Shows, sondern auch an Coursings und Bahnrennen erfolgreich teilnehmen (siehe Fotosammlung Teil 1 und Teil 2). Die einseitige Ausrichtung der Whippet-Zucht auf „Extremformen“ - also entweder ausschließlich auf Ausstellungshunde oder eben nur auf Rennhunde - halte ich für bedenklich.

Daniela Zingg-Bucher
Kleinsteinhausen, März 2012


Schönheit und Leistung

Aufgrund der Entstehungsgeschichte der Rasse Whippet sowie der maßgebenden englischen Standard-Beschreibungen ist der Whippet-Liebhaber eindeutig dem vorgegebenen Zuchtziel „Schönheit und Leistung“ verpflichtet.

Auch der Whippet ist – um es zu wiederholen – entwicklungsgeschichtlich ein Laufraubtier und für die Hetzjagd gezüchtet. Seine Vorzüge zeigen sich nicht allein im (natürlichen) Stand, sondern vor allem in der Bewegung. Schön ist nicht einfach der gekonnt, wie eine Porzellanfigur hingestellte Hund, sondern letztlich der auch in der Bewegung überzeugende und den Standard verkörpernde sportliche Hund, dem man die Leistungsmöglichkeiten ansieht. Der elegante und trotzdem kräftige Whippet muss seine Schönheit und Ausstrahlung in der ausdauernden Bewegung bestätigen. Dazu benötigt er genügend Substanz, starke Knochen und kräftige Muskeln. Harmonische Linien, schlanke Formen und graziöser Ausdruck allein genügen nicht.

Eveline Amstad mit Gilroy im Ausstellungsring

Es ist allerdings schwieriger, das Zuchtziel „Schönheit und Leistung“ zu verfolgen und zu erreichen, als eine reine Show- oder eine reine Rennlinie aufzubauen. Dennoch erscheint die Verfolgung dieses Ziels für die Erhaltung der Whippet-Rasse unerlässlich und erstrebenswert. Ein Auseinanderdriften verschiedener Typen (z. B. Racing-Dog, Coursing-Dog, Show-Dog) erscheint nach Ursprung und Urzweck der Rasse, also vom kynologischen, rassekundlichen Standpunkt aus, unerwünscht und bedauerlich.

Ohne jemandem persönlich nahetreten zu wollen, sei deshalb festgehalten: „Schön“ soll nicht ausschließlich der überall erfolgreiche hochelegante Sieger-Ausstellungshund sein, dessen hauptsächliche Bestimmung darin besteht, von Ausstellung zu Ausstellung geführt zu werden, um für Frauchen oder Herrchen möglichst viele Auszeichnungen und Siegertitel einzuheimsen; und „schnell“ oder „leistungsfähig“ soll nicht ausschließlich der stets erfolgreiche muskelbepackte Sieger-Rennhund sein, der fast jeden Sonntag auf einer Rennbahn oder auf einem Coursinggelände das Siegerpodest besteigt und seinem Frauchen oder Herrchen eine neue Siegerdecke oder einen weiteren Pokal beschert. Erstrebenswert ist weder die abgerichtete hingestellte „Ausstellungspuppe“ noch die muskelbepackte „Rennmaschine“, weder der „Stellbock“ noch der „Rennbock“. Es gibt auch nicht „meinen Typ“ und „deinen Typ“.

Mein Whippet ist der standardgerechte Whippet.
Dieser ist mein Whippet.

Gilroy beim Bahntraining

Es gibt nur den einen, ausgewogenen standardgerechten Whippet-Typ, der beides, Schönheit und Leistungsfähigkeit, in sich vereint und dazu ein sicheres und angenehmes Wesen zeigt. Ein schöner Ausstellungshund soll auch sportlich und leistungsfähig und ein sportlicher Rennhund auch schön, harmonisch und elegant sein. Dem echten Schönheitsbegriff entspricht der sportlich-elegante, harmonisch aufgebaute und wohlgeformte Athlet. Und die Leistungsfähigkeit entspringt der äußeren Konstitution, dem Körperbau und der Spannkraft.

Dr. Heinz Weidmann
St. Gallen, Januar 2012
Fotos: Walti Bärtsch, www.sighthoundphotos.ch

 

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