Whippet-Infos

Dieses Rasse-Portrait habe ich mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Heinz Weidmann aus seinem Buch "Mein Whippet - Erkenntnisse und Bekenntnisse" übernommen; siehe auch Buchempfehlung.

Daniela Zingg-Bucher
Kleinsteinhausen, März 2012


Druantia´s Invincible Izzy mit Fräulein Haaf;-)

Rasse-Portrait

Zum Wesen des Whippets

Die schon bei der Geburt vorhandenen, angeborenen Wesenseigenschaften eines Hundes dürften etwa 70 bis 80 Prozent des gesamten Wesensgrundgefüges ausmachen. Zusammen mit den nach der Geburt beim Züchter und nachherigen Besitzer erworbenen und anerzogenen Eigenschaften (20 bis 30 Prozent) prägen sie das Wesensbild und das Verhalten. Der Whippet zeigt sich dank eines sicheren Wesens in friedlichen Situationen, auch gegenüber Fremdpersonen, im Allgemeinen gutartig, ausgeglichen und sozialverträglich, weder ängstlich noch aggressiv. Man liebt ihn auch als zutrauliches, geselliges, anhängliches und anschmiegsames Familienmitglied. Selbstverständlich gibt es bei den Whippets wie bei allen Hunden und auch bei uns Menschen (glücklicherweise) kaum zwei Individuen, die in allen Teilen das gleiche Verhalten und die gleichen Eigenheiten zeigen. Anders wäre das Zusammenleben wahrscheinlich zu langweilig.

Natürliche Anlagen

Der Whippet ist sehr aufmerksam. Kaum etwas entgeht ihm. Manchmal döst er sogar mit offenen Augen und wachem Sinn, um ja nichts zu verpassen. Er beansprucht einen weiten Aktionsradius und viel Beschäftigungsmöglichkeiten, um sein großes Temperament auszuleben. Spontan bewegt er sich auch ohne erkennbare Außenreize. Gross ist seine Bewegungsfreude. Lässt man ihn in geeignetem Gelände frei laufen, geht nicht selten erst einmal „die Post ab“; dann rennt er lebhaft herum, hier hin – dort hin, und dreht freudig seine Runden, zunächst einfach um der Bewegung willen.

Umweltverhalten

Der Whippet nimmt sofort alles zur Kenntnis, was um ihn herum geschieht. Er zeichnet sich durch eine ausgesprochen niedere Reizschwelle aus. Auf Reize aller Art, insbesondere auf bewegte Objekte, reagiert er blitzschnell „von Null auf Hundert“, um sich allerdings nach einer heftigen Erregung rasch wieder zu beruhigen. So klingt die plötzliche Erregung etwa beim unverhofften Auftauchen eines Joggers, einer vorbeihuschenden Katze, eines fliehenden Wildtiers, eines wegfliegenden Vogels oder auch eines Heißluftballons schnell wieder ab, sobald die „reizvolle“ Erscheinung sich als harmlos erweist bzw. aus dem Blickfeld verschwindet. Der Whippet tritt recht selbstsicher auf. Seine Belastbarkeit zeigt sich darin, dass ihn auch unangenehme, unerwartete und ungewohnte optische, akustische und taktile Reize selbst bei zunehmender Intensität nicht nachhaltig beeindrucken, sondern dass er sie „ertragen“ kann. Einmal im Eifer, ist er „hart im Nehmen“ und in der Lage, leichte körperliche Schmerzen oder Verletzungen „wegzustecken“. Sein Interesse und seine Neugier gegenüber allem, was die Umwelt bietet oder sich bewegt, bleibt auch nach solchen Ereignissen ungebrochen.

Druantia´s Henson (im Vordergrund)

Leistungsmerkmale

Die Ausdauer des Whippets zeigt sich bei der Hartnäckigkeit, mit der er eine bestimmte Aktion oder Reaktion ausführt und sich nicht ablenken lässt, sei es beim Benagen eines Gegenstandes, beim ausgelassenen Spiel mit geeigneten Spielsachen oder eben beim beharrlichen Verfolgen einer (Schein-)Beute. Die hervorstechende wesentliche rassetypische Eigenschaft des Whippets ist – gemäß seiner ursprünglichen Bestimmung – die ausgeprägte Hetzfreude. Mit großer Leidenschaft und unbändigem Eifer verfolgt er eine vor ihm fliehende (Schein-)Beute und befriedigt so seine angeborene Hetzlust. Die meisten Whippets jagen dabei ausschließlich „auf Sicht“. Nur wenige benutzen bei der Verfolgungsjagd die Nase und folgen gezielt einer Geruchsspur. Whippets verlassen sich in der Regel auf ihre scharfen Augen und ihre schnellen Beine. Entschwindet das Objekt der Begierde aus ihrem Blickfeld, ist es auch mit der Hetzlust bald vorbei. Ihrer Art entspringt eine mittlere bis große Spielfreude. Viele sind vor allem bereit, ausgeworfene Gegenstände (Bälle, „Kong“, Frisbies usw.) einzufangen und dem Besitzer zu apportieren oder wenigstens hinzuwerfen. Das Beuteverhalten, d. h. das Verhalten beim Erreichen einer fliehenden (Schein-)Beute ist unterschiedlich. Während einzelne ein „Opfer“, das sie nach der Hetzjagd „gestellt“ haben, lediglich beobachten und stehen bleiben, wenn es sich nicht mehr bewegt, verbeißen sich viele recht gierig in der Beute und schütteln sie.

Finesse von der Mühlehalde, Druantia´s Eilinora bright star, Evan a faithful friend & Glen Boy

Sozialverhalten

Die Whippets zeigen zum Besitzer üblicherweise ein vertrauensvolles Verhältnis. In der Regel folgen sie ihm auch beim freien Auslauf freudig oder behalten ihn zumindest im Auge, um ihn nicht zu verlieren. Aufmunternden Worten zum Herankommen oder zum Spielen leisten sie gerne Folge. Strenge Zurechtweisungen oder laute Befehle schätzen sie weniger. Gegenüber friedlichen Fremdpersonen sind sie meistens zutraulich, und auch gegenüber friedlichen fremden Artgenossen verhalten sie sich im Allgemeinen freundlich oder neutral.

Dr. Heinz Weidmann
St. Gallen, Januar 2012
Fotos: Walti Bärtsch, www.sighthoundphotos.ch

 

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